Was ist passiert?
Japan und die USA haben bestätigt, dass sie letzte Woche eine seltene gemeinsame Intervention durchgeführt haben, um den Rutsch des Yen zu stoppen, nachdem die Währung auf ein neues 40-Jahres-Tief gefallen war. Es ist die erste koordinierte Aktion dieser Art seit 2011.
Warum ist das für den Markt wichtig?
Das japanische Finanzministerium und US-Finanzminister Scott Bessent erklärten beide, dass sie nicht zögern würden, erneut gemeinsam zu intervenieren. Der Schritt unterstreicht die Bemühungen, einen Ausverkauf des Yen und japanischer Staatsanleihen zu verhindern, der auf die Weltwirtschaft übergreifen könnte, einschließlich eines möglichen Anstiegs der Kreditkosten Washingtons.
Daten der Bank of Japan deuten darauf hin, dass Tokio am Donnerstag fast 59 Milliarden Dollar verkauft haben könnte, um Yen in New York zu kaufen, vor der bestätigten gemeinsamen Aktion am Freitag. Die USA haben ihre eigene Beteiligung nicht offengelegt, obwohl ein Reuters-Foto eines Notizblocks vor Bessent während einer Kabinettssitzung lautete: "To Do: Kaufen Sie japanische Yen 5-10 Mrd.".
"Die Vereinigten Staaten haben sich zur Teilnahme bereit erklärt, weil es ihren nationalen Interessen dient, indem es die Aussicht auf erhebliche Vorteile zu geringen Kosten bietet", sagte Shigeto Nagai, Leiter der Japan-Ökonomie bei Oxford Economics. Er erwartet, dass die beiden Länder weiterhin "zeitweise in koordinierter Weise" intervenieren werden, wobei die anhaltende Wachsamkeit Spekulanten abschreckt, selbst wenn die tatsächlichen Beträge nicht groß sind.
Der Yen war historisch schwach, weil die Zinsen der japanischen Zentralbank weitaus niedriger sind als in anderen großen Volkswirtschaften, was die Währung weniger attraktiv macht. Die Bank of Japan hat die Zinsen zuletzt im Juni auf 1% angehoben, den höchsten Stand seit September 1995, während der Leitzins der Fed bei 3,50%-3,75% liegt. Japan steht auch vor einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung, geringer Produktivität und einer starken Abhängigkeit von in Dollar denominierten Energieimporten.
Das japanische Finanzministerium erklärte, die Intervention am Freitag habe "übermäßiger Volatilität und ungeordneten Bewegungen" beim Yen entgegengewirkt. Bessent pflichtete dem bei und sagte, die koordinierten Maßnahmen hätten eine "erhebliche Unterbewertung" des Yen korrigiert. Präsident Trump sagte, die USA seien "immer für Japan da", als es Hilfe mit dem schwachen Yen suchte.
Worauf Trader achten sollten
Der Dollar fiel nach Trumps Äußerungen um 0,2% auf 157,07 Yen, weit unter dem 40-Jahres-Hoch von 164 im letzten Monat, erholte sich aber später nach der Erklärung des Finanzministeriums auf 157,70. Die Episode zeigt, wie Währungsintervention und ihre Folgen Intraday-Volatilität auf den Märkten erzeugen können.