Was ist passiert?
Das Krypto-Zahlungs-Startup Kulipa hat nach der Ausgabe von rund 120.000 Krypto-Zahlungskarten und der Betreuung von 20 Kunden abrupt geschlossen, wie aus Community-Berichten hervorgeht. Die Schließung beeinträchtigte Wallet-Partner wie Ready und Solflare und ließ einige Nutzer ohne Zugang zu ihren Kartenkanälen zurück.
Warum ist das für den Markt wichtig?
Kulipa hatte eine Seed-Finanzierung in Höhe von 6,2 Millionen US-Dollar abgeschlossen und die Finanzierung am 1. April bekannt gegeben, wobei es ein Wachstum von 70 % im Monatsvergleich angab und die USA als nächsten Zielmarkt nannte. Die öffentliche Transaktionsverfolgung zeigt, dass das Kartenvolumen im Januar mit 9 Millionen US-Dollar seinen Höhepunkt erreichte, dann im Juni auf 4,14 Millionen US-Dollar und im Juli, dem Monat, in dem der Betrieb eingestellt wurde, auf 1,84 Millionen US-Dollar fiel.
Erste Anzeichen zeigten sich bereits im Dezember 2025, als die Finanzierungsrunde stillschweigend endete und die Bank von Litauen den Kartenherausgeber von Kulipa, Monavate, mit einer Geldstrafe von 270.000 Euro belegte und ihm verbot, Kulipa weiterhin zu bedienen. Im Juni wechselte Kulipa zu einem Nur-Europa-Herausgeber, und Ready sperrte Nutzer außerhalb des EWR mit etwa einer Stunde Vorlaufzeit.
Bis Ende Juli verschlechterte sich die Lage. Am 22. Juli teilte Ready den Nutzern mit, dass bestehende Karten deaktiviert würden, da der Herausgeber gewechselt werde. Am 28. Juli erklärte Solflare, dass seine Karten an diesem Tag ihre Funktion einstellten, und machte einen Partner verantwortlich, der wegen Solvenzproblemen abgewickelt werde, und sagte, die Schulden seien zu hoch. Am nächsten Tag stoppte auch das Kartenprogramm von Ready, wobei das Unternehmen erklärte, es habe keine Benachrichtigung erhalten.
Bemerkenswerterweise gingen keine Nutzergelder verloren. Beide Kartenprogramme wurden direkt vom Krypto-Wallet der Nutzer zum Zeitpunkt des Kaufs bezahlt, was bedeutet, dass keine Gelder beim Kartenherausgeber lagen, die eingefroren oder zurückgefordert werden konnten. Allein Ready verlor im Juni nach der EWR-Abschaltung 42 % seines Transaktionsvolumens, was zeigt, wie stark Wallet-Anbieter von der Herausgeberbeziehung von Kulipa abhingen.
Worauf Trader achten sollten
Für den breiteren Markt verdeutlicht der Vorfall die operationelle Fragilität mancher Krypto-Zahlungsinfrastruktur. Auch wenn der unmittelbare finanzielle Schaden für die Nutzer begrenzt erscheint, können plötzliche Herausgeberwechsel und Partnerstilllegungen Volatilität in der Stimmung gegenüber betroffenen Projekten auslösen und Trader daran erinnern, auf Konzentrationsrisiken bei Krypto-Kartenintegrationen zu achten.
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